Die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer zieht ins neue Domizil
von Lubna Salama
Der große Moment ist gekommen: Nach Jahren der Planung und Monaten der
Vorbereitung ist die Deutsch-Arabische Industrie- und Handelskammer in ihre
neuen Geschäftsräume im GIC-Tower (German Industry and Commerce) eingezogen.
Der so genannte Deutsche Turm befindet sich in der Soliman-Abaza-Straße
21, die im Kairoer Stadtteil Mohandiseen von der Hauptstraße Gameat Al-Duwal
Al-Arabiya abgeht.
Das neue Gebäude mit zwölf Stockwerken und einem Grundriss von 300
Quadratmetern bietet mehr als doppelt so viel Platz wie die ehemaligen Büros
der Kammer. Daraus ergeben sich erweiterte Möglichkeiten, das weit gefächerte
Programm sowie die zahlreichen Leistungen der Kammer für ihre Mitglieder
und Kunden zu unterstützen und den Turm zu einem Brennpunkt der ägyptisch-deutschen
Geschäftsgemeinschaft zu machen. "Wir hatten während der vergangenen
Jahre ein enormes Wachstum zu verzeichnen, das machte eine räumliche Erweiterung
notwendig", begründet Dr. Peter Göpfrich, Haupt- geschäftsführer
der Kammer, den Umzug.
Der GIC-Tower liegt ideal in einem der Hauptgeschäftsviertel Kairos, nahe
dem kommerziellen Stadtzentrum und der Durch- fahrtsstraße des 26. Juli,
die zur Industrie- stadt "6. Oktober" führt. Ein modernes High-Tech-Leistungsnetz
ist ein wichtiger Be- Bestandteil des neuen Gebäudes, das außer-
außerdem Platz bietet für ein großes Foyer, einen 150 Quadratmeter
großen Konferenz- raum, adäquate Lagerfläche, private Büros
und ein kleines Besprechungszimmer.
Das GIC-Hochhaus wird nicht nur die Deutsch-Arabische Industrie- und Handels-
kammer sowie ihre Tochtergesellschaften beherbergen, sondern auch die Büros
von ägyptischen Vertretungen deutscher Firmen, Einrichtungen internationaler
Banken, Reise- services für innerhalb und außerhalb Ägyp- tens,
einen Wellness- und Fitnessclub sowie zahlreiche weitere bekannte internationale
Firmen und Institutionen.
Das Gebäude ist mit einem "soft opening" in Betrieb genommen
worden, das heißt: Die Büros der Kammer, die sich auf die vierte
und fünfte Etage verteilen, sind bereits geöffnet, während noch
letzte Arbeiten in den anderen zehn Etagen ausgeführt werden. Endgültig
fertig soll der GIC-Turm im Oktober 2003 sein. Dann ist die offizielle Eröffnung
mit einem Empfang durch Bundeskanzler Gerhard Schröder und den ägyptischen
Ministerpräsidenten Dr. Atef Ebeid geplant. Sie legten im Oktober 2001
auch gemeinsam den Grundstein des Gebäudes. Eine Deutsch-Arabische Geschäftskonferenz
wird das Ereignis begleiten, auf der viele politische und wirtschaftliche Themen
diskutiert, wichtigste Geschäftssektoren bewertet und strategische Perspektiven
entworfen werden sollen.
"Bis dahin hoffen wir", so Dr. Peter Göpfrich, "dass das
geschäftliche Umfeld der MENA-Region und vornehmlich Ägyptens geklärt
und verbessert sein wird. Und die Situation der Deutsch-Arabischen Geschäftskonferenz
erlaubt, als ein Forum für neue Unternehmen sowie neue Bereiche der Zusammenarbeit
in Ägypten und anderen Ländern der Region zu fungieren."
Der Umzug der Kammer in den neuen GIC-Turm unterstützt nicht nur ihren
Vorsatz zu wachsen und Servicepakete zu entwickeln, um den vielfältigen
Bedürfnissen ihrer Mitglieder sowohl in Ägypten als auch in Deutschland
nachzukommen. Er zeigt auch das deutsche Vertrauen in die Zukunft der ägyptischen
Wirtschaft und die Bedeutung Ägyptens als ein regionaler Geschäftsmittelpunkt
im Mittleren Osten.
Trotz der allgemeinen Schwierigkeiten, die gegenwärtig innerhalb der globalen
wirtschaftlichen Entwicklung auftreten, ist der bilaterale Handel zwischen Deutschland
und Ägypten intakt geblieben. Die deutschen Exporte nach Ägypten erreichten
im Jahr 2002 einen Gesamtwert von 1,402 Millionen Euro, die Importe eine Höhe
von 273,9 Millionen Euro. Nach den USA war Deutschland im Jahr 2002 Ägyptens
zweitwichtigster Handelspartner, gefolgt von Italien, China, Frankreich und
Großbritannien.
Obwohl das Geschäftsjahr 2002/03 weder für die deutsche noch für
die ägyptische Wirtschaft einfach war, gelang der Bundesrepublik, den Auswirkungen
globaler Rezession zu begegnen und seine Gesamtexporte für dieses Jahr
auf 647 Milliarden Euro zu steigern, im Vergleich zu 520 Milliarden Euro im
Vorjahr. Nach Ägypten exportiert Deutschland vor allem Maschinen, Chemikalien,
Elektronik und Automatisierungs-Komponenten. Ägypten ist wiederum Deutschlands
drittgrößter Handelspartner im Mittleren Osten, nach Saudi-Arabien
und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Und deutsche Touristen bildeten im
ersten Viertel dieses Jahres trotz der Ereignisse im Irak mit 14 Prozent der
Gesamtzahl weiterhin die größte Besuchergruppe.
(Anmerkung: Lubna Salama ist Managing Editor des GAT-Magazins. Ihr Artikel ist dort in der Ausgabe 5-6-2003/54 Nr. 3 erschienen und wurde mit freundlicher Genehmigung des Deutsch-Arabischen-Wirtschaftsmagazins übernommen.)
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