Heilsteine, Kräuter, Essenzen - Was man beim Bummel über den Basar an Heilkräftigem entdecken kann

von Claudia Pean

Duftende Essenzen und ätherische Öle betören die Menschen seit Tausenden von Jahren. Gerade hier in Ägypten haben es die Menschen verstanden ätherische Öle, Düfte, Kräuter und Heilsteine einzusetzen. Die Düfte wurden nicht nur für die Kosmetik der Damen, die sie selbst herstellten um sich für die Männerwelt schön zu machen, sondern auch gegen Krankheiten verwendet.

Wenn man in die Nähe des Khan el Khalili - dem größten Bazar in Kairo - kommt, ist man verwirrt von den vielen verschiedenen Kräutermischungen, die in riesigen Körben entlang des Weges feilgeboten werden. Ich lebe seit Ende Jänner hier in dieser faszinierenden Stadt und stelle Ihnen nun eine kleine Übersicht betörender Dinge des Abendlandes vor. Allerdings sollten Sie immer darauf achten, dass ätherische Öle im Gegensatz zu Heilsteinen auch Nebenwirkungen aufweisen können. Die hier beschriebenen Öle sollten niemals eingenommen, sondern nur zum äußerlichen Gebrauch in Verbindung mit Edelsteinen und Heilsteinen als Kombination in der Duftlampe verwendet werden.

Heute möchte ich Ihnen als Heilstein den Carneol, als Duft den Weihrauch, als Tee den Ingwer, und als Kräuter die Pfefferminze, den Rosmarin, den Schwarzkümmel und den Koriander vorstellen.

CARNEOL:
Farbe: orangerot bis dunkelrot durchscheinend, teilweise gestreift.

Der Carneol gehört zur Familie der Quarze. Seine wundersame Farbe erhält der Stein durch die Anreicherung von Eisen - so wie es auch beim Blut der Fall ist deshalb wird er auch "Blutstein genannt. Die Hauptfundgebiete liegen in Australien, Brasilien, Südafrika und in Indien. Der Carneol gehörte zu den wertvollsten Schmucksteinen der Antike, die Ägypter trugen diesen Stein als den Stein der Erneuerung und der Treue. Die Pharaonen bemaßen dem Carneol göttliche Kraft bei, deshalb wurde er auch viel als Schmuckstein verwendet. Auch war er in pharaonischer Zeit eine beliebte Grabbeigabe, sollte er doch für ein sorgenfreies Leben nach dem Tode gewährleisten.

Als Heilwirkungen werden dem Carneol zugeschrieben: Regeneration der Blutkörperchen, Stillung von Blutungen, Senkung des Blutzuckerspiegels. Weiter hilft er gegen Zahnfleischbluten, Darmerkrankungen, bei Verdauungsproblemen und Gallenleiden. Unters Kopfkissen gelegt soll der Carneol gegen Schlaflosigkeit und Niedergeschlagenheit helfen. Außerdem gilt der Carneol als ein Stein der Erneuerung, welcher uns mehr Vitalität und Lebensfreude beschert.

WEIHRAUCH:

Eine der wohl ältesten Handelsstraßen der Welt führt vom Indischen Ozean bis zum Mittelmeer: die so genannte Weihrauchstraße. Sie ist ca. 3000 Jahre alt. Auf ihr wurden Seide, Edelsteine, Gewürze und anderes gehandelt, als kostbarstes Gut galt aber eben der Weihrauch. Schon damals wurde er als Heilmittel eingesetzt. Diese Kenntnisse gerieten im letzten Jahrhundert in Vergessenheit - heute werden sie wieder neu entdeckt. Weihrauch wird heute als Medikament eingesetzt bei Bronchialasthma, Arthritis, Darmerkrankungen, Schuppenflechte, Neurodermitis, Hirntumoren und Multipler Sklerose. Zum Teil können Weihrauchpräparate sogar Cortison ersetzen.

Der Rauch wirkt beruhigend. Seinen charakteristischen Duft entfaltet er, wenn man das Weihrauchharz auf glühende Kohlen streut. Für den Wohnraum reichen 2 Harzstückchen von 2- 3 cm Durchmesser. Weil das Harz auf der Kohle verkrustet und weniger angenehm riecht, sollte man es regelmäßig von der Kohle kratzen. Neuen Weihrauch sollte man erst auf die Kohlen streuen, wenn die Kohlen rotglühend sind. Beim Verbrennen der Kohlen kann ein Hitzestau entstehen. Deshalb sollte man in eine Räucherschale zuerst eine Schicht Sand geben, die isolierend wirkt und darauf eine Blechschale für die Kohlen.

INGWER:

In der fernöstlichen Küche ist die Ingwerwurzel schon lange eine beliebte Zutat zum Verfeinern oder Würzen von Speisen. Ingwer regt die Verdauung an und lindert Störungen im Magen- und Darmtrakt. Auf Reisen, Schiffsfahrten und langen Autofahrten (z.B. in die Wüste) lindert Ingwer die Übelkeit und das Erbrechen.

Man schält die Ingwerwurzel, überbrüht sie mit kochendem Wasser und lässt den Tee ca. 10 Minuten ziehen. Danach kann man den Tee mit Honig etwas würzen und genießt dieses Zaubergetränk. Er schmeckt vorzüglich. (Rezept für einen weiteren köstlichen Ingwertee siehe unten.)

INGWERTEE - heiß oder kalt serviert (für 4 Personen):

80 g Ingwerwurzel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Mit 4 Gewürznelken und 1 l Wasser in einen Topf geben und 5 Minuten kochen lassen, vom Herd nehmen,. 4 EL grüne Teeblätter in das heiße Wasser geben und 3 Minuten ziehen lassen. Den Tee durch ein feines Sieb gießen, mit 1 EL Honig, 1 EL Zucker und dem Saft von 2 Zitronen abschmecken. Den Tee heiß oder kalt in Gläser füllen, 4 Zitronenscheiben mit Gewürznelken spicken und die Gläser damit dekorieren.

Man kann statt der grünen Teeblätter auch 4 Beutel Pfefferminztee im Ingwerwasser ziehen lassen.

KORIANDER:

Koriander wird in Deutschland schon lange als Gewürz in Broten, Lebkuchen oder Würsten zugesetzt und geschätzt. Hierzulande verwendet man besonders gern die grünen Blätter, auch "Cilantro" genannt. Der Geschmack erinnert an Anis, Zitronenschale und Salbei. Speisen werden bekömmlicher durch den Zusatz von Koriander. Das Kraut wirkt krampflösend, regt die Absonderung von Magensaft an und lindert Blähungen. Die Samen werden als Tee bei Appetitlosigkeit, Darmdruck und Völlegefühl empfohlen.

PFEFFERMINZE:

Die Pfefferminze hat krampflösende Eigenschaften. Sie wirkt galletreibend und desinfizierend gegen Erreger. Daher wird die Pfefferminze gerne gegen Störungen und Erkrankungen des Magen-Darmtraktes und bei Koliken verwendet. Außerdem wirkt sie heilend bei Erkältungskrankheiten, lindert Nervenkrankheiten, Migräne und Hysterie. Als Gurgelmittel wird sie bei Zahnschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenbereich verwendet.
Zwei- bis dreimal täglich 1 bis 2 TL mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und als Tee trinken.

ROSMARIN:

Rosmarin stabilisiert und aktiviert den Kreislauf und kräftigt das Nervensystem. Er nimmt Aggressionen und Depressionen. Rosmarin soll nicht über einen längeren Zeitraum regelmäßig verwendet werden, sondern nur für einige Tage einmal im Monat.

SCHWARZKÜMMEL:

Schwarzkümmel gehört mit zu den ältesten Gewürzen und Heilpflanzen. Nofretete soll damit ihren Teint verschönert haben und Tut-ench-Amun wurde ein Fläschchen mit ins Grab gegeben. Schwarzkümmel hilft unter anderem bei Erkältungen, Allergien, Hauterkrankungen, Potenzstörungen und Darmerkrankungen. Es gibt Schwarzkümmel zum Einreiben, Einnehmen, Baden, als Creme, Lotion oder Salbe. Wer täglich einen kleinen Löffel der Körner gut durchkaut und isst, stärkt sein Immunsystem.

Für den nächsten Spaziergang über den Khan el Khalili wünsche ich Ihnen viel Spaß, lassen Sie sich von den Düften betören, bewundern Sie die Heilsteine und probieren Sie auch das ein oder andere Gewürz aus.

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